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Pechvögel
AllgemeinAch ja, man kennt ihn, den Pechvogel. Und im Volksmund glaubt wohl jeder, hin und wieder mal einen bei sich zu haben, oder nicht? Wenn der Schlüssel im Kühlschrank liegen geblieben ist und nicht in der Jackentasche, wenn das Handy runter fällt und mit gesplitterter Scheibe nun jede Nachricht zur Tortur wird oder das frisch gekaufte Waffeleis zu Boden fällt… Die Wahrheit ist, dass nicht jedes Pech, was einem widerfährt wirklich dieses sonderbare, zufällige Pech ist, welches wir dem Schicksal oder Universum zuschreiben. Manchmal hat man wirklich bewusst oder unbewusst Kontakt zu jemandem, der ununterbrochen genau dieses Pech verursacht: Pechvögel sind nämlich tatsächlich real und leben unter uns. Sie werden in einem menschlichen Körper geboren und kaum, dass sie den Mutterleib verlassen haben, bringen sie ihren Mitmenschen nur noch Pech, was leider in den ersten Jahren ihre eigenen Überlebenschancen nicht unbedingt verbessert. Schafft es ein Pechvogel dann aber doch, sein siebtes Lebensjahr zu erreichen, kommt der Zeitpunkt, an welchem er sich erstmals unkontrolliert und unabsichtlich in einen Vogel verwandelt. Die erste Verwandlung bestimmt dabei, welche Vogelgestalt für den Rest des Lebens eingenommen wird. Sie ist nicht abhängig von der Herkunft des Pechvogels oder seinen Charaktereigenschaften, es scheint, als würde der Zufall entscheiden, welche Art Vogel ein Pechvogel ist. Die Verwandlung verläuft dabei die ersten Male übrigens etwas holprig, aber nie schmerzhaft. Da Pechvögel selber ziemlich häufig großes Glück haben, kommt es sogar recht selten vor, dass jemand sie bei der Verwandlung überrascht, diese ist meistens auch nach wenigen Sekunden überwunden, manchmal ist es sogar nur ein Blinzeln und schon ist aus dem Mädchen eine Nachtigall geworden. Die meisten Pechvögel sind eigentlich ganz nette Leute, die ihren Platz in der Gesellschaft suchen und manchmal neigen sie sogar dazu, jenen Menschen, die ihnen wichtig sind, besser mehr, als nur einen Glücksbringer zu schenken. Sie altern genauso, wie Menschen auch und sind grundsätzlich nicht vor Krankheiten oder Verletzungen gefeit – sie haben nur oft einfach großes Glück und kommen aus den meisten Situationen doch irgendwie ungeschoren davon. Ihre Magie scheint nämlich ununterbrochen um sie herum zu wirken und ungefähr in einem Radius von zehn bis zwanzig Metern Pech zu bringen. Nicht jedem fällt immer und augenblicklich das Eis aus der Hand, manche Menschen kommen sogar ungeschoren davon und manchmal scheint die Magie der Pechvögel sich auch eine Pause zu gönnen, als hätte sie ein Eigenleben. Dann ist auch mal für ein paar Stunden Ruhe, am häufigsten dann, wenn der Pechvogel schläft. Es gibt sogar Geschichten von Menschen, die buchstäblich vom Pech verfolgt wurden, weil es nur und ausschließlich sie traf, wenn sie sich in der Gegenwart eines Pechvogels aufgehalten haben. Leider können Pechvögel diese Ausstrahlung nicht beherrschen, ganz gleich, wie sehr sie es versuchen. Mit vorangeschrittenem Alter können sie doch zumindest ihre Emotionen besser kontrollieren und damit magische Ausbrüche und wahre Katastrophen um sie herum besser zurückhalten – aber nie einhundert prozentig verhindern. Pechvögel sind allgemein übrigens sehr wendig, flink und haben hervorragende Reflexe. Manche von ihnen bewegen sich so schnell, wie ihre tierische Gestalt es vorgibt, weshalb Kolibri-Pechvögel sicher bessere Chancen beim Tischkicker haben, als Pinguin-Pechvögel. Dafür geht es Letzteren im Winter viel besser… Ihre individuellen Vor- und Nachteile ergeben sich also nochmal genauer aus ihrer spezifischen Vogelart. Hierarchien der RasseKeine Unterscheidungen innerhalb der RasseBei Pechvögeln wird zwischen Greifvögeln und Beutevögeln unterschieden. Erstere sind doch sehr verpönt und werden sogar ausgeschlossen von den zahlenmäßig weit überlegenen Beutevögeln. Andere Hierarchien gibt es aber nicht, nur kommt es gelegentlich zur Ausgrenzung von Kanarienvögeln, woran das liegt, ist aber nicht bekannt. Man munkelt, dass andere Vogelarten ihnen ihr auffällig buntes und vergleichsweise sehr imposantes Federkleid neiden. Erscheinungsbild/VerwandlungPechvögel haben zwei Gestalten. Die eines Menschen und die eines Vogels. Die Verwandlung verläuft unkompliziert und schmerzlos. Weil Pechvögel selber oft großes Glück haben, ist das Risiko, dass sie sich aus Versehen verwandeln und entdeckt werden eigentlich relativ gering. FortpflanzungPechvögel werden entweder als solche geboren oder sie werden verwandelt. Dabei ist es unwichtig, auf welche Weise der Pechvogel entstanden ist, seine Kräfte sind nicht stärker oder schwächer, nur weil der Pechvogel verwandelt wurde. Ist ein Elternteil eines Kindes ein Pechvogel, das andere ein Mensch, wird das Kind in den meisten Fällen ebenfalls ein Pechvogel. Ist jedoch ein anderes nicht menschliches Wesen involviert, verhält sich das Gen der Pechvögel rezessiv. Ausschließlich Menschen können in einen Pechvogel verwandelt werden. Ein Pechvogel hat die Fähigkeit, seine Magie an jemand anderen abzutreten. Dies geschieht über einen Vertrag, der klassisch schriftlich festgehalten wird. Die individuelle Form und Optik ist dem Pechvogel überlassen, wichtig ist, dass sowohl er, als auch sein Vertragspartner einen Blutstropfen auf dem Schriftstück hinterlassen. Die Magie des Pechvogels überträgt sich damit auf seinen Partner, sodass dieser zum Pechvogel wird. Der ehemalige Pechvogel bleibt als einfacher Menschen zurück. Der Vertrag ist gültig, solange die beiden Blutflecke auf dem Schriftstück unversehrt und unverändert bleiben, jedoch lässt er sich auch recht einfach wieder auflösen. Ein Riss im Papier, der den Blutfleck zerstört, sorgt für Ungültigkeit des Vertrags, genauso wie ein Kaffeefleck auf dem Blut oder ein Strich mit dem Filzstift darüber. Stirbt einer der Vertragspartner, kann der Vertrag nicht mehr aufgelöst werden. Wird der menschliche Part des Vertrags in eine andere Rasse verwandelt, gelingt das Auflösen des Vertrags ebenfalls nicht mehr. Lebenserwartung & TodDer Körper von Pechvögeln hat eine menschliche Lebenserwartung und stirbt auf dieselben Arten. Stärken & Schwächen+ können eine individuelle Vogelgestalt einnehmen (von Amsel bis Zilpzalp ist alles möglich) + haben selber übertriebenes Glück (sowohl im Spiel, als auch in der Liebe) + haben unfassbar gute Augen + besitzen hervorragende Reflexe + können sogar in der Nacht sehen + können wahrnehmen, welche Rasse ihr Gegenüber ist + einzig das Mitführen eines Glücksbringers kann gegen ihre Magie wirken, sie jedoch nicht ganz fernhalten (Hasenpfoten, 4-blättrige Kleeblätter, Glückspfennige, Hufeisen, Misteln etc.) + immun gegen Pechvogel-Magie anderer Pechvögel - können ihre Magie nicht beherrschen, nur drosseln, indem sie ihre Emotionen bestmöglich zu kontrollieren lernen - bringen buchstäblich Pech und sind für ihre Mitmenschen oft eine Belastung - müssen ihre Vogelgestalt für mindestens eine Stunde alle 24 Stunden einnehmen - zeigen vogelähnliche Verhaltensweisen auch in Menschengestalt (Papageien-Pechvögel quatschen z.B. Vieles nach) - können links und rechts nicht voneinander unterscheiden - Glücksbringer verursachen unterschiedliche negative Reaktionen bei ihnen. Von einem allgemeinen Schwindelgefühl über Fieber, starke Kopfschmerzen, Übelkeit oder Verbrennungen kann alles dabei sein. - ihre Federn werden häufig für Flüche und Zauber verwendet und die Vögel daher oftmals gefangen gehalten (und gerupft) Wusstest du schon, dass Pechvögel...… ihre Rasse meistens geheim halten, um nicht aus einer Gruppe ausgeschlossen zu werden? … sich dennoch hervorragend als Vogel-Gestaltwandler ausgeben können? … in der Gegenwart von Glückspilzen keine Pech-Magie mehr aussenden? Die beiden Fabel neutralisieren ihre Magien, wenn sie sich nahe sind. … immun gegen die Magie anderer Pechvögel sind? … äußerst spitzfindig sind und ein Talent dafür haben, sich aus den verzwicktesten Lagen zu befreien? … eine ausgeprägte links-rechts-Schwäche haben? … hervorragende Lügner und Täuscher sind? … nur selten jemanden finden, der mit ihnen einen Vertrag eingehen will? … sehr häufig Probleme mit Katzen (und Katzen-Wandlern) haben? … die Rasse ihres Gegenübers wahrnehmen können, weil ihre Magie sich der jeweiligen Art unbewusst anpasst? Ein Riese wird sich eher den Kopf stoßen, einem Katzen-Wandler Wasser ins Gesicht spritzen oder einem Drachen der heiß geliebte Schatz vor der Nase weggeschnappt. … spüren, wenn sie sich wieder verwandeln müssen, weil sie dann zunehmend zwanghaft vogelartiges Verhalten zeigen müssen. … manchmal das Leben als Vogel vorziehen? … als Greifvögel von ihren nicht-Greifvogel-Artgenossen manchmal angegriffen und aus deren Revier vertrieben werden? Dies passiert aber nur dann, wenn die Beutevögel in der Überzahl sind. … auch schon manches Mal aus Versehen für den Tod von anderen verantwortlich waren? … angeblich durch einen göttlichen Fluch entstanden sein sollen, weil ein Gott eifersüchtig auf den Liebhaber seiner liebsten Menschenfrau war. … große Menschenansammlungen oft meiden, weil es dann häufig zu Chaos sondergleichen kommt? Man will wirklich nicht im Auto neben einem Pechvogel sitzen, wenn es einen Stau auf dem Highway gibt… |
